funky Schulprojekt
Wolfsburg. Rund 150 Schüler lernen bei den funky-Medienerlebnistagen, wie man sich wirksam vor Hasskommentaren schützt und wie man Fake News erkennt.
Von Ida Wittenberg, Portal-Development Marken/Märkte/Magazine
20.03.2026, 14:00 Uhr

Beim Podcast Workshop in der Autostadt konnten die Schüler ihre neu erlernten Fragetechniken direkt testen und ein eigenes Podcast-Interview führen. © FMN | Darius Simka
Das Licht im Panorama Kino der Autostadt ist gedämpft, die Frage hallt durch den Saal: „Wer von euch hat schon einmal Hasskommentare im Netz abbekommen?“ Von den Jugendlichen stehen mehr als drei Viertel auf. Ein stilles, eindrückliches Bild – und der Punkt, an dem Medienexperte Falk-Martin Drescher ansetzt. In seiner Keynote zum Start der funky-Medienerlebnistage führt er ins Thema Hate Speech: Was ist noch harte Meinung, was schon justiziabel? Wie schützen wir uns – technisch, kommunikativ, rechtlich – und wie können positive Kommentare und Gegenrede wirksam werden?
Medienkompetenz als Schlüssel zum Erfolg
Warum diese Tage wichtig sind, bringen die Gastgeber auf den Punkt. „Neben MINT und Nachhaltigkeit ist auch Medienkompetenz ein fester Teil unserer Angebote in der Autostadt. Der Umgang mit Medien und das richtige Konsumieren sind entscheidende Fähigkeiten, um in der Welt – auch der Berufswelt – bestehen zu können. Diese Fähigkeiten möchten wir mit den funky Medienerlebnistagen ausbauen und vertiefen. Der Mensch bestimmt die Medien, nicht andersherum“, sagt Olaf Katzer, Leiter der Autostadt Bildung.
Und Kerstin Loehr, Chefredakteurin unserer Zeitung, ergänzt: „Medienkompetenz bedeutet für mich vor allem Achtsamkeit gegenüber sich selbst – gerade mit Blick auf soziale Medien. Unsere Zeitung steht für unabhängigen, lokalen Journalismus: Geschichten vor der Haustür, auf allen Kanälen. Uns ist wichtig, dass insbesondere Schüler seriöse Nachrichten erkennen und einordnen können. Genau das möchten wir euch heute mitgeben.“

Olaf Katzer (von links), Leiter der Autostadt Bildung, Ida Wittenberg, Redakteurin unserer Zeitung, und Kerstin Loehr, Chefredakteurin unserer Zeitung, begrüßten die Schülerinnen und Schüler in der Autostadt. © FMN | Darius Simka
Schüler lernen in der Autostadt, Fake News zu erkennen
Rund 150 Schülerinnen und Schüler trainierten daher an zwei Tagen ihre Medienkompetenz in Workshops und an kreativen Stationen. Im Fake-News-Workshop beantwortete der Journalist Jan-Malte Wortmann die Kernfrage gleich zu Beginn: „Das sind falsche oder irreführende Informationen, zum Beispiel in Form von KI manipulierten Bildern oder Videos, die absichtlich im Internet, speziell den Sozialen Medien, verbreitet werden und wie echte Nachrichten wirken sollen“, erklärt er.
Welche Ziele dahinterstehen, wie Desinformation funktioniert und woran man sie erkennt, macht er an Beispielen fest und hält gemeinsam mit den Schülern fest: „Bleibt kritisch! Schaut euch Nachrichten und ihre Quellen immer genau an und hört auf euer Bauchgefühl. Wenn euch etwas komisch vorkommt oder ihr euch unsicher seid: Nicht liken, nicht teilen! Denn das ist genau das, wovon Fake News leben.“

Medienexperte Falk-Martin Drescher zeigte den Schülern, wie man sich wirksam vor Hasskommentaren schützen kann. © FMN | Darius Simka
Schüler nehmen in Wolfsburg eigenen Podcast auf
Auch im Podcast-Workshops mit Christopher Gerlach, Pressesprecher der Grizzlys Wolfsburg, und Phil Grolla, Leistungssportler im Bundeskader des Teams Deutschland der Paraleichtathleten, ging es praxisnah zu. Von der Ideenfindung über Fragetechniken und Aufnahme bis zur Bearbeitung entstand Schritt für Schritt ein spannendes Interview.
Im Video-Workshop stellten die Teilnehmer die Frage, warum Nachrichten überhaupt vor die Kamera gehören. Redakteurin unserer Zeitung Jana Sievers rückte dabei die Arbeit auf Instagram, TikTok und YouTube in den Fokus: „Bei den vielen Fake News in den sozialen Medien kommt es bei uns darauf an, dass wir gründlich recherchierte Inhalte produzieren und diese für die Follower einordnen. Das Wichtigste in wenigen Sekunden verständlich erklären mit passendem Hintergrund und guten Lichtverhältnissen – darauf kommt es bei einem guten Video an.“ Im interaktiven Teil probierten die Jugendlichen das direkt aus: Interview-Simulation vor dem Greenscreen, unterstützt vom professionellen Video-Team, mit virtuellen Kulissen vom Studio bis zur Reportage-Szene.
Am Ende nehmen die Jugendlichen mehr mit als Tipps: Mut, Haltung und das Handwerkszeug, Hass zu begegnen und Fakten von Fakes zu trennen.
