Kurzhinweis

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Archiv SJ 09/10
04. August 2009 - Schul-Leasing im Landkreis?

Schulen verkaufen und sanieren?

Die Mehrheitsgruppe im Kreistag aus CDU, FDP und Unabhängigen will bei der Schulsanierung neue Wege gehen. Die Kreisverwaltung soll Verhandlungen mit den Stadtwerken Wolfsburg über die Gründung eine Schulsanierungsgesellschaft nach Wolfsburger Vorbild aufnehmen. Im Rahmen einer öffentlich-privaten-Partnerschaft (ÖPP) könnte die Sanierung der kreiseigenen Schulen schneller vonstatten gehen als nach der Haushaltslage bisher vorgesehen. Insgesamt müssten in den nächsten Jahren 60 bis 70 Millionen Euro investiert werden, so Kuhlmann, der unter anderem das Kirchengymnasium Meine, Humboldt-Gymnasium und Gymnasium Hankensbüttel, die IGS und die Berufsbildenden Schulen nannte.

Das sei allein aus Kreismitteln nicht schnell zu bewerkstelligen. Nach dem Wolfsburger Modell verkaufe der Kreis die Schulen und lease sie dann von den Stadtwerken. Nach 25 Jahren werden die Schulen zurückgekauft. „Das könnte zunächst mit ein oder zwei Schulen so gemacht werden“, so Kuhlmann, der sich etwa das Kirchengymnasium oder die IGS als erstes Projekt vorstellen könnte „Die Verkaufserlöse könnte man in die restlichen Schulen stecken.“ Der Kreis könnte auf Erfahrungen aus Wolfsburg zurückgreifen. Dort seien allein 300.000 Euro in die Prüfung der rechtlichen Situation investiert worden. Rechtliche Feinheiten müssten noch geklärt werden. Eine endgültige Entscheidung soll im Kreistag am 1. Oktober fallen. fed

Quelle: Aller-Zeitung

 
29. Juni 2009 - Nachtragshaushalt verabschiedet

HG-Halle: Neubau wird „keinesfalls verschoben"

Gifhorn. Einstimmig verabschiedete der Kreistag am Dienstag den zweiten Nachtragshaushalt in diesem Jahr: Zusätzlicher Bedarf an Mitteln vor allem im Bereich Jugend und Soziales hatten ihn nötig gemacht.

Martin Milkereit als Vorsitzender des Haushaltsausschusses stellte das Zahlenwerk vor, das geprägt sei von „Maßhalten und Weitsicht". Er betonte noch einmal, dass trotz einer Mittelverschiebung im Vermögenshaushalt zugunsten des Gymnasiums Meinersen der Neubau der Pausenhalle des Gifhorner Humboldt-Gymnasiums „keinesfalls verschoben oder auf Eis gelegt" werde.

Zugestimmt wurde vom Kreistag einer „Richtlinie zur ergänzenden Förderung der Beschäftigung Langzeitarbeitsloser mit Vermittlungshemmnissen in Arbeit". Inhalt: Ein Anteil der Kosten für Heizung und Unterkunft, die der Landkreis für Hartz-IV-Empfänger aufwenden muss, sollen als finanzielle Anreize für Arbeitgeber verwandt werden, wenn diese Leistungsempfänger in Lohn und Brot übernehmen.

Ferner wurde ein Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Grüne verabschiedet, der die Landesregierung auffordert, endlich über die Einrichtung einer Tagesklinik für seelisch Kranke im Landkreis Gifhorn zu entscheiden. Die Erste Kreisrätin Ingrid Alsleben berichtete parallel von einem Gespräch im Sozialministerium: „Es sieht sehr gut aus. Ich gehe davon aus, dass der Antrag noch in diesem Jahr positiv beschieden wird."

Quelle: Gifhorner Rundblick
Foto: Photowerk

 
"Ich wollte nie ein Streber sein"

Physik-Nobelpreisträger Theodor Wolfgang Hänsch geht in einem Jahr in Pension, denkt aber gar nicht daran, kürzer zu treten

Leser fragen Th. W. Hänsch
Wilhelm Eßmann (56): Fachsprecher Physik am Humboldt-Gymnasium Gifhorn
Konstantin Etzold (19): Schüler im Physik-Leistungskurs am Humboldt-Gymnasium
Klaus Bungenstock (69): Uhrmachermeister aus Braunschweig



Der Physik-Nobelpreisträger gilt als Pionier der experimentellen Laserphysik. Der 67-Jährige ist Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in München und lehrte 16 Jahre lang in Stanford, Kalifornien. Hänsch stellte sich den Fragen unserer Leser am Rande seines Vortrages an der TU Braunschweig zum Thema „Leidenschaft für Präzision“.

Wilhelm Eßmann: Sie haben einen Vortrag an der TU Braunschweig zum Thema "Leidenschaft für Präzision" gehalten. Was ist wichtiger in der Physik, die Leidenschaft oder die Präzision?

Die Leidenschaft ist wichtiger. Überall, wo man Hochleistung sieht, ist Leidenschaft im Spiel. Es gibt immer wieder Modethemen in der Physik, das ist derzeit beispielsweise die Nano-Wissenschaft. Die Präzisionsmessungen sind nicht so gefragt. Als kleine Gegenbewegung habe ich dieses Vortragsthema gewählt, weil es immer noch reizvoll ist.

Klaus Bungenstock: Mich interessiert als Uhrmacher besonders, wie genau eine Uhr sein kann.

Ich habe mich mit dem Chef der Firma Swatch unterhalten. Er sagte mir, dass die Kunden gar keine noch genaueren Uhren wollen. Sie wollen viel lieber mechanische Uhren mit Zahnrädern. Der normale Verbraucher benötigt auch keine noch genaueren Uhren. Mit Mobiltelefonen telefonieren viele Leute gleichzeitig. Da braucht man, um die Signale richtig zu sortieren, Atomuhren. Wir forschen an Atomuhren, die noch hunderttausend Mal genauer sind als die besten Uhren, die man heute in der Wissenschaft einsetzt.

Konstantin Etzold: Wie sieht die tägliche Arbeit eines Forschers aus, wartet man zu Hause auf den Geistesblitz, oder arbeitet man im Labor?

Es gibt unterschiedliche Typen von Forschern. Es gibt Theoretiker, die sitzen zu Hause oder in der Bibliothek. Dann gibt es die Experimental-Physiker, die mit teuren Apparaten arbeiten. Schließlich gibt es Erfindertypen, die Tüftler. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie schreiben nur die guten Ergebnisse auf und verschweigen, dass 90 Prozent der Ergebnisse am Ende vielleicht für die Mülltonne sind.


Wilhelm Eßmann: Wenn einiges in den Abfall wandert, hat das doch sicherlich auch Konsequenzen für die Finanzierung der Forschungsarbeit.

Wenn wir international konkurrenzfähig sein wollen, müssen wir auf ähnlichem Stand sein wie die Konkurrenz. An den deutschen Hochschulen gibt es einen großen Nachholbedarf – nicht nur an der Infrastruktur und der Zahl der Professorenstellen, auch in der Findung der Forschungs-Themen. In Israel oder selbst in Saudi-Arabien gibt es teilweise bessere Forschungsbedingungen, da müssen wir uns in Zukunft anstrengen.

In Deutschland haben wir relativ wenig Möglichkeiten, um an Gelder für die Forschung zu kommen. Da ist im wesentlichen an den Universitäten der Weg über die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine wichtige Geldquelle. In Amerika gibt es die sogenannte National Science Foundation, das Gegenstück zur Forschungsgemeinschaft, aber auch Geld aus vielen anderen Quellen. In Deutschland quälen sich viele Forscher, die oft gar nicht verstehen, warum ihr Antrag abgelehnt worden ist. Ich möchte ein Beispiel nennen: In der Schweiz wurden im vergangenen Jahr etwa 70 Prozent der Gesuche von Forschern bewilligt. In Deutschland waren dies nur etwa 20 Prozent. Das heißt, das in Deutschland ständig Gesuche abgelehnt werden. Nicht, weil sie nicht gut sind, sondern weil das Geld fehlt.

Klaus Bungenstock: An den Forschungs-Ergebnissen müsste doch die Industrie interessiert sein.

Das hängt sehr davon ab. Die ersten fünf oder zehn Jahre einer neuen Forschungsreihe sind für die Industrie meistens nicht gerade interessant.

Konstantin Etzold: Verschlechtert sich diese finanzielle Situation der Forscher an den Universitäten noch durch die Wirtschaftskrise?

Bisher spüren wir das noch nicht, eher im Gegenteil. Durch Konjunkturprogramme, auch in den USA, versuchen die Staaten der Krise entgegenzuwirken. Falls aber dauerhaft die Steuereinnahmen wegbrechen, wird das mit Sicherheit auch die Forschung zu spüren bekommen.

Konstantin Etzold: Ich hatte die Gelegenheit, ein Jahr in Osaka in Japan an einer Schule zu verbringen. Dort verlief alles sehr diszipliniert, während wir hier in Europa bei Problemstellungen auch kreativ sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass Ihre Forschungsgruppen international besetzt sind. Bemerken Sie in Ihrer Arbeit diese kulturellen Unterschiede?

Oh ja, und wir haben tatsächlich auch Japaner in unseren Forschungsgruppen. Natürlich gibt es da Unterschiede. In Japan herrschte gerade in der Vergangenheit kultureller Druck, konform zu sein. Wir haben einen japanischen Doktoranden, der seine Arbeit ganz prima macht und sehr froh ist, bei uns zu sein. Bei uns darf er sich entfalten. Falls er eines Tages zurück nach Japan geht, wird er vielleicht dazu beitragen, dass sich dort das Arbeitsklima in der Wissenschaft ändert.

Wilhelm Eßmann: Über Ihren Nobelpreis haben wir uns gefreut. Wie ist das mit dem Preisgeld, erhält das gesamte Team das Geld, haben Sie es bekommen, oder hat das am Ende Ihr Institut erhalten?

In meinem Fall war es nicht so sehr viel Preisgeld, es war nur ein Viertel der eigentlichen Summe. Die Hälfte ging an den Amerikaner Roy Glauber. Die andere Hälfte ging an John Hall und mich.

Wilhelm Eßmann: Ihrem Team haben Sie dann etwas ausgegeben?

Natürlich, aber leider ist das Geld nicht von einer Größenordnung, dass man als Experimental-Physiker damit lange forschen kann.

Wilhelm Eßmann: Sie hatten vorhin die Industrie angesprochen. Nun ist Ihr Nobelpreis schon vier Jahre her. Schlagen sich Ihre Ergebnisse bereits in der Industrie nieder?

Tatsächlich habe ich schon 2001 eine kleine Firma gegründet, um diese Frequenzkamm-Technik zu kommerzialisieren. Leider ist damals die Internet-Blase auf den Finanzmärkten geplatzt. Wir mussten erkennen, dass es damals für Frequenzkamm-Generatoren keinen Markt gab. Inzwischen hat die Firma aber fast 50 Mitarbeiter im Süden von München und vertreibt weltweit Laserprodukte. Wir haben inzwischen Wartelisten, kommen mit der Produktion gar nicht mehr nach, weil man immer mehr Anwendungen für diese Laser-Frequenzkamm-Generatoren findet.

Klaus Bungenstock: Ist Ihnen die Wissenschaft schon in die Wiege gelegt worden?

Meine Eltern hatten mit Naturwissenschaften nichts am Hut. Mein Vater war Kaufmann, meine Mutter war Hausfrau. In der ganzen Familie war ich der einzige, der aus der Art geschlagen ist.

Klaus Bungenstock: Bleibt bei so viel Tätigkeit für die Wissenschaft auch noch Zeit für andere Dinge?

Für mich ist die Wissenschaft mein Hobby.

Wilhelm Eßmann: Ich habe gelesen, dass Sie sich darüber aufregen, dass Wissenschaftler zu früh in die Pension geschickt werden.

Das stimmt, hier in Deutschland müssen kreative Köpfe viel zu früh in Pension gehen. Nach dem Beamtenrecht ist mit 68 Jahren absolut Schluss. Ich muss im nächsten Jahr in Pension gehen und verdanke es privaten Stiftungen, dass ich trotzdem weitermachen kann. Es ist ein Privileg, sich die Dinge selbst aussuchen zu können, an denen man forscht – anders als in der Industrie. Ich kenne wundervolle junge Forscher, mit denen ich noch vielen Fragen nachgehen möchte.

Konstantin Etzold: Wie sah das bei Ihnen in der Schule aus? Lagen Ihnen auch Sprachen?

Ich hatte bewusst beschlossen: Ich will nie ein Streber sein. Meine Lieblingsgfächer waren Mathe, Physik, Chemie, zum Teil auch Biologie. In anderen Fächern habe ich die Lehrer zur Verzweiflung gebracht. Mein Englisch war zum Beispiel nicht so gut.

Wilhelm Eßmann: Eine letzte Frage zum Thema Präzision. Kommen Sie eigentlich auch mal zu spät?

Ich bin kein präziser Mensch, komme schon mal zu spät. Deshalb fühle ich mich in Italien so wohl, gefällt mir die lockere Lebensart dort gut.

Quelle: Newsclick.de
Foto: Rudolf Flentje

 
25. Juni 2009 - Politik-Stunde mit den Profis

Diskussion im Humboldt-Gymnasium

(rtm) Rede und Antwort standen die Bundestags-Kandidaten von SPD und CDU gestern im Humboldt-Gymnasium. Hubertus Heil und Ewa Klamt sprachen mit dem zwölften Jahrgang in Gifhorn über Finanzkrise, Energiepolitik und ihre Ziele für den Wahlkreis.

Rund 250 Schülerinnen und Schüler waren dabei. „Wenn die Wahlbeteiligung so groß ist wie die Teilnahme an dieser Podiumsdiskussion, kann man sehr zufrieden sein", freut sich Schülersprecher Tim Könecke.

„Gute Bildung ist verdammt teuer", sagte Heil. „Wir müssen auch sagen, woher wir das Geld nehmen" - nämlich von den Spitzenverdienern. Klamt riet den Schülern zu einem langen Atem: „Man muss an einer Sache dran bleiben - wie Sie mit Ihrer Pausenhalle."

Foto: Photowerk (mpu)
Quelle: Aller-Zeitung

 
24. Juni 2009 - Schülerdemonstration gegen aktuelle Schulpolitik

Über 1.000 Gymnasiasten machten ihrem Ärger Luft

GIFHORN. Hier marschierten Schützen, dort Schüler. Letzteren war am Freitag wenig zum Feiern zumute: Die Schüler des Humboldt-Gymnasiums protestierten gegen Turbo-Abi und den schlechten Zustand ihrer Schule sowie Mangel an Lehrpersonal und Materialien.

Im Mittelpunkt der Forderungen standen kleinere Klassen, bessere Unterrichtsversorgung sowie geeignete Unterrichtsmaterialien. Nach einigen Großstädten zog nun Gifhorn mit einer lautstarken Kundgebung der Schulen nach.

Im konkreten Fall des Humboldt-Gymnasiums (HG) nannten die Schüler den schlechten Zustand ihres Schulgebäudes: Durch einige Fenster wuchern Pflanzen in großenteils zu kleine Klassenräume, Fensterdichtungen sind verrottet und lassen den Wind durchpfeifen, und in der Pausenhalle und den Gängen hat sich muffiger Geruch eingenistet.

Auch das „Turbo-Abi" nach zwölf Jahren empfinden die Schüler als „geklautes Jahr", da sich an dem zu vermittelnden Lernstoff nichts ändert.

Während CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Nerlich in Uniform an den Schützen-Festivitäten teilnahm, nutzte sein SPD-Kollege Detlef Tanke die Gelegenheit, um im Schlosshof, dem Ziel der Schülerdemo, Stimmung gegen die Landesregierung zu machen: ;,Wir haben die Einstellung von 2.000 zusätzlichen Lehrern gefordert, CDU und FDP haben das verhindert", so Tanke: Das Abi nach zwölf Jahren ohne gekürzten Unterrichtsstoff bezeichnete Tanke als „idiotisch". Gelassen nahm Uwe Schmiedt von der Gifhorner Polizei die Demo: „Die marschierenden Schützen und Schüler zu koordinieren war nur eine verkehrsleitende Maßnahme, hier ist ja schließlich alles friedlich."

Wenige Tage vor der Demo hatte Landrätin Marion Lau den HG-Schülern zumindest in einem Punkt den Wind aus den Segeln genommen: „Die neue Pausenhalle wird allen Gerüchten zum Trotz nicht auf Eis gelegt, sondern im nächsten Jahre gebaut." Damit werde die ursprüngliche Absprache, Ostern 2010 mit dem Abriss des alten Gebäudetrakts zu starten, eingehalten. „Nur, dass wir nun - dank des Konjunkturpakets noch ein bisschen großzügiger an die Sachen gehen können, denn das verschafft uns Luft", so Lau.

Nun werde nicht nur der AG „Darstellendes Spiel" mit einer großen Bühne Rechnung getragen, sondern die Mensa mit einer Küche versehen, in der Mahlzeiten auch frisch zubereitet werden können. Bisher war nur eine Variante zum Wärmen und Ausgeben angelieferter Menüs vorgesehen. Die neue Pausenhalle wird zu 70 Prozent aus der Kreisschulbaukasse finanziert.

Dass noch schneller Bewegung in die Schullandschaft kommt, ist außerdem einer Meldung aus Braunschweig zu verdanken: Das Lessinggymnasium in Wenden wird die Meiner Außenstelle im kommenden Schuljahr nicht mehr nutzen - die eigenen Kapazitäten reichen aus. Deshalb kann - auch dank 2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II - nun der Bau des Evangelischen Gymnasiums in Meine mit Vollgas angegangen werden. Lau und Irene Siemann, Leiterin des zuständigen Fachbereichs, rechnen damit, dass der Unterrichtsbetrieb schon im Herbst 2011 aufgenommen werden kann.

Quelle: Gifhorner-Kurier
Foto: Kühlmeyer

 
20. Juni 2009 - Gegen Turbo-Abi und große Klassen: 1000 Gymnasiasten demonstrieren

Marsch durch Gifhorns Innenstadt – Kundgebung und Sprechchöre im Schloss-Innenhof (ust) Mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums (HG) haben gestern gegen die Bildungspolitik protestiert. Polizei begleitete den Demo-Marsch, der über Celler Straße, Torstraße und Marktplatz zum Schloss-Innenhof führte.

Die HG-Schulsprecher Tim Könecke und Benedikt Middendorf sprachen von einer „Bundesschulpolitik, die zum Scheitern verurteilt ist“. Erhöhter Leistungsdruck durch das Turbo-Abitur, zu große Klassen, eine schlechte Unterrichtsversorgung und Schulgebäude, die in einem miserablen Zustand sind: Mit gemalten Plakaten machten die Gymnasiasten auf die Missstände aufmerksam. „Wir gehen für unsere Forderungen nicht zum ersten Mal auf die Straße“, erinnerte Könecke an eine Demo im November auf dem Schillerplatz. Gifhorns Schüler seien mit dem Bildungsdesaster nicht zufrieden, forderte Middendorf die Politik zum Umdenken auf. Mit dem gestrigen Protest sei ein erneutes Signal gesetzt worden.

Quelle: Aller-Zeitung

 
17. Juni 2009 - Vor Schüler-Demo: „HG-Halle wird gebaut“

Nach Ansicht von Landrätin Marion Lau können die Humboldt-Gymnasiasten ihre Protestplakate zerreißen: Sie wies gestern darauf hin, dass die neue Pausenhalle wie ursprünglich geplant gebaut werden soll: Startschuss soll mit dem Abriss der alten Halle Ostern 2010 sein.

"Die Pausenhalle wird gebaut.“ Damit wiederholte die Verwaltungschefin, was Mehrheitsgruppenchef Helmut Kuhlmann (CDU) bereits versicherte. Die neue Pausenhalle werde sogar mehr bieten als ursprünglich geplant: nämlich eine Küche, die nicht nur angeliefertes Essen austeile, sondern in der selbst gekocht werde.

Das habe sie gestern mit den zuständigen Fachbereichsleiterin Alexander Wollny (Bau) und Irene Siemann (Bildung) im Humboldt-Gymnasium vorgestellt, um die „Irritationen“ zu beseitigen. HG-Koordinator Willy Knerr: „Die große Befürchtung war, ausgetrickst zu werden.“

Ob die Schüler wirklich ihre Plakate zerreißen, wird sich morgen bei der geplanten Demo zeigen: Denn gerade mit dem ursprünglichen Termin des Baubeginns nach Ostern sind die Gymnasiasten nicht zufrieden – weil die Bauarbeiten genau in die Abiprüfungen fielen und stören würden. Deshalb pochen sie auf den zwischenzeitlich vorgezogenen Termin Sommer 2009.

rtm

Quelle: Aller-Zeitung

 
18. Juni 2009 - Bildungsdemo: HG-Schüler starten heute Protest
Der Landkreis hat versprochen, eine neue Pausenhalle für das Humboldt-Gymnasium zu bauen. Trotzdem gehen die 1600 Schülerinnen und Schüler des HG heute auf die Straße.

"Die Demo fällt nicht flach, unser Protest richtet sich gegen die nationale Bildungspolitik“, sagt Schulsprecher Tim Könecke.

Turbo-Abitur, zu große Klassenverbände, Kampf für die Lehrmittelfreiheit, überfüllte Hörsäle an den Unis und Kritik an maroden und dringend sanierungsbedürftigen Klassen- und Fachunterrichts-Räumen: Die HG-Schüler wollen mit ihrem Streik die landesweiten Proteste gegen die Schulpolitik unterstützen.

„Wir lassen nicht locker und wollen Bildungsblockaden einreißen“, rechnet Könecke mit 1300 Demo-Teilnehmern. Der Protestzug werde sich wie geplant um 8.30 Uhr vom Humboldt-Gymnasium in Bewegung setzen und führe zum Schloss-Innenhof.

Positiv äußert sich Könecke über das Gespräch mit Landrätin Marion Lau in Sachen Pausenhallen-Neubau für das HG. Die Verwaltungschefin habe Schulleitung, Personalrat und Schulsprechern zugesagt, dass die Bauarbeiten Ostern 2010 starten würden. „Während der heißen Phase der Abi-Vorbereitungen und der Abi-Prüfungen soll der Bau ruhen, damit es zu keinen Lärmbelästigungen kommt“, sieht Könecke eine weitere SV-Forderung erfüllt. ust

Quelle: Aller-Zeitung
 
12. Mai 2009 - Elternräte protestieren – Brief an Wulff

Vertreter des Gifhorner Humboldt-Gymnasiums schreiben Kultusministerin und Regierungschef persönlich an

Von Jörg Brokmann

GIFHORN . Schulelternräte der Kreis-Gymnasien gehen aufgrund der mangelnden Unterrichtsversorgung auf die Barrikaden. Michael Sassenhagen vom Humboldt-Gymnasium formulierte gar einen Protestbrief an die Landesregierung.

"Solange wir bei unserer Arbeit in der Elternvertretung zurückblicken können, hat uns die mangelnde Unterrichtsversorgung am meisten beschäftigt. Mal gab es zu wenig Lehrer, mal fehlte das Geld um sie anzustellen. Jetzt spitzt sich die Problematik durch die Einführung des Abiturs im 12. Schuljahr besonders zu", heißt es in dem Schreiben, für das der gesamte Vorstand mit Anke Kersting und Sabine Steffen verantwortlich zeichnet.

Der Lehrermangel sei in den Fächern Physik, Erdkunde, Musik und Religion dramatisch, sprechen die Elternratsvertreter seit langem bekannte, aber ungelöste Probleme an.

"Als einen besonders eklatanten Missgriff nach diesem Muster empfanden wir die geplante Reduzierung der Beratungslehrer-Stunden zugunsten einer Stärkung des schulpsychologischen Dienstes", lautet der Vorwurf des Schulelternrats-Vorstandes. Ohne eine effektive Anhebung der Unterrichtsversorgung ergäben sich aber immer nur neue Belastungen. Dies treffe im Augenblick speziell die Gymnasien.

Elisabeth Heister-Neumann und Regierungschef Christian Wulff werden in dem Brief persönlich angesprochen. "Da Sie aber offenbar die Chance (der Verbesserung ) verstreichen lassen und sich damit ein weiteres Mal mit dem Mangel als Dauerzustand abfinden wollen, sehen wir uns gezwungen, auch unseren Protest dagegen auf Dauer zu stellen. Wir werden versuchen, mit möglichst vielen Protestbriefen einen Kurswechsel zugunsten der Bildung unserer Kinder zu bewirken."

 
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