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Interview mit Nina Maksimowna

Interview  mit Nina Maksimowna  zum großen vaterländischen Krieg

 Während des Austausches mit Russland führten Alina Zergiebel und Laura Pioch ein Interview mit Nina Maksimowna.

 

A/L:                       Frau Maksimowna, wie alt waren Sie zu Beginn des Krieges?

 

Nina M.:               Ich war zwei Jahre alt.

 

A/L:                       Wo haben Sie gelebt?

 

Nina M.:               Vor dem Krieg in Weißrussland. Weißrussland wurde im Juni 1941 okkupiert. Die Okkupation dauerte von Juni 1941 bis 1944. Das Brjansker Gebiet war von September 1941 bis September 1943 okkupiert.

 

A/L:                       Können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie den Krieg erlebt haben?

 

Nina M.:               Es war schrecklich. Wir lebten im Roten Berg, einer kleinen Stadt im Brjansker Gebiet und hatten Pferde. Dann wurde die Familie evakuiert. Wir kamen nach Engels, einer Stadt an der Wolga im Saratower Gebiet. Wir, das waren meine Mutter, meine Großmutter, meine Brüder, meine Schwester und ich. 1943, während der Schlacht bei Stalingrad, wurde auch Engels getroffen.

 

A/L:                       Wie haben die Menschen in Engels gelebt?

 

Nina M.:               Die Menschen arbeiteten in Engels, das Leben war schwer für alle Menschen, auch für die Kinder.

 

A/L:                       Wie ist es Ihrer Familie während des Krieges ergangen?

 

Nina M.:               Mein Vater ist schon im Juli 1941 an der polnischen Grenze zur Sowjetrepublik Weißrussland gefallen. 1943 kehrten wir nach Brjansk zurück und wohnten im Haus der Großmutter. Als das Haus zerstört wurde, wohnten wir in einer Wohnung bei unbekannten Menschen, die uns einfach halfen.

 

A/L.:                      Haben Sie auch Erinnerungen an schöne Momente während der Kriegszeit?

 

Nina M.:               Während des Krieges hatten wir keine guten Momente. Wir hatten viele Freunde, alle halfen einander. Nach dem Krieg hat uns der Sieg unseres Landes am meisten gefreut. Und die Familie besuchte den Ort, wo der Vater vermisst wurde.

 

A/L:                       Wie war die Stimmung in der Bevölkerung?

 

Nina M.:               Die Eltern erzählten, dass sich das Volk nicht sicher war, ob es Krieg geben würde oder nicht, weil es einen Vertrag zwischen Hitler und Stalin gab.  Das Volk spürte aber, dass es Krieg geben könnte. Es wusste nur nicht, wann er beginnen würde. Die Regierung wollte keine Provokationen zeigen. Es sollte nicht so aussehen, dass die Sowjetunion sich auf den Krieg vorbereitete.

Die Sowjetunion wollte keinen Krieg. Unser Volk hat nie einen Krieg begonnen. Die Russen lieben den Frieden. Auch heute will unser Volk in Frieden leben.

 

A/L:                       Was geschah,  nachdem Brjansk befreit war?

 

Nina M.:               Die Regierung half uns 1943 ein neues Haus zu kaufen. Meine Familie ist dem Staat dafür sehr dankbar. Sie ist auch dankbar dafür, dass ich eine Ausbildung bekommen habe.

 

A/L.:                      Welchen Beruf haben Sie erlernt?

 

Nina M.:               Ich war Lehrerin für Geschichte und Literatur.

 

A/L:                       Wofür haben Sie Ihre Abzeichen bekommen?

 

Nina M.:               Die Medaillen bekam ich für meine Arbeit in der Komsomol*. Das war eine Jugendorganisation in der UdSSR. Ich war dort in leitender Funktion tätig, an ganz unterschiedlichen Orten. Mein Mann war Offizier und diente im Norden, aber auch im Süden an der Grenze zu Afghanistan.

 

A/L:                       Was wollten Sie den Jugendlichen vermitteln?

 

Nina M.                                Wir haben den Jugendlichen gelehrt, dass unsere Väter ihr Leben für den Frieden gaben. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen in Frieden Leben. Aber das ist heutzutage schwer. In der Welt gibt es viele kleine und große Kriege.

Wir wollen das Leben für alle Kinder und Familien in der Welt und Frieden für unsere Heimat. Die Liebe ist das wichtigste für uns, Freundschaft und Frieden für alle Völker. Liebe, Freundschaft und Frieden sind die wichtigsten Wörter.

 

A/L:                       Was halten Sie von den Deutschen?

 

Nina M.:               Deutschland und der Faschismus haben für unsere Heimat verschiedene Bedeutungen. Wir achten die deutsche Kultur. Eine Verwandte ist mit einem Deutschen verheiratet und lebt in Deutschland. In unserer Stadt gibt es viele Ehen mit ausländischen Partnern.

 

A/L:                                       Vielen Dank für das Gespräch und die Zeit, die Sie sich für uns genommen haben.

 

 

* Komsomol: Jugendorganisation der Sowjetunion bis 1990 in der Schule. Sie existiert in Brjansk bis heute. Heute sind die Jugendlichen jedoch nicht mehr zur Teilnahme verpflichtet. Sie können zum Beispiel auch bei den Organisationen „Unsere“ (Putin nahe) oder „Junge Gardien“ mitmachen und es wird auch akzeptiert, wenn sie in keiner Organisation Mitglied sind.