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Gebannt lauschen die Humboldt-Schüler beim Vorlese-Wettbewerb

Sieger: Der furchtlose Vorleser Louis

Von Schülerreporterin Finya Mlynek

Es ist vollkommen still im Raum. Niemand sagt etwas. Wie durch ein Wunder hat sogar jeder Schüler sein Handy ausgeschaltet. Alle Blicke sind auf den Jungen gerichtet, der gerade sein Buch aufgeschlagen hat. Er ist etwas aufgeregt, räuspert sich kurz und schaut ein letztes Mal ins Publikum. Dann beginnt er zu lesen.

 

 

Genau wie ihm ergeht es fünf weiteren Leserinnen und Lesern, die sich zunächst in ihren Klassen qualifizieren mussten, um jetzt beim Schulentscheid am Humboldt-Gymnasium ihr Können zu beweisen. Die Bücher, aus denen sie lesen, haben sie selbst ausgesucht.

Die Zuschauer hören Geschichten von magischen Tieren, rebellischen Teenagern, Winnetou und mürrischen Hunden aus einem Detektivclub. Nach jedem Vortrag gibt es lauten Applaus, den sich jeder einzelne Vorleser wirklich verdient hat. Wer am Vorlesewettbewerb teilnimmt, liest nicht nur vor seinen Freunden oder seinem Klassenlehrer, sondern auch vor einer vierköpfigen Jury, die darüber entscheidet, wer zum Stadtentscheid in der Gifhorner Bücherei darf.

Fast zeitgleich mit der fünften Stunde endet Runde eins, doch das Pausenklingeln kann den Teilnehmern die Anspannung nicht nehmen. Denn vor ihnen liegt Runde zwei: Das Lesen eines unbekannten Textes. Wieder richten sich alle Blicke nach vorn. Ein Mädchen beginnt die ersten Seiten des Buches "Das Wunder von Narnia" zu lesen - ohne einen einzigen Fehler. Das Niveau scheint mit jedem Wort anzusteigen, niemanden hier schreckt das ab.

Nachdem der letzte Leser das Kapitel beendet hat, will das Publikum unbedingt wissen, wie es weitergeht - dem Cliffhanger sei Dank. Die Teilnehmer haben indes ganz andere Sorgen. Als die Jury schließlich den Raum verlässt, um sich auszutauschen, ist die Anspannung kaum auszuhalten. Einige greifen in ihrer Not zu Schoko-Lebkuchen oder nutzten die Gelegenheit, endlich wieder ihr Handy anzuschalten. Wie soll man auch zwei Stunden am Stück ohne das Ding überleben?

Endlich wird das Ergebnis verkündet: Louis heißt der Gewinner. Strahlend nimmt er seinen Büchergutschein entgegen. Auch die anderen Vorleser gehen nicht leer aus. Mit einem leckeren Schokoschneemann lässt sich die Niederlage schnell vergessen. Noch vor dem Klingeln ist alles zu Ende. Während sich alle verabschieden, steht in ihrer Mitte ein dauergrinsender Sechstklässler, der sich nun auf den Stadtentscheid vorbereiten darf. Viel Glück!

"Lesen gefährdet die Dummheit" lautet das Motto vieler Vorlesewettbewerbe. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Braunschweiger Zeitung / 3. Januar 2018